WIR ERINNERN AN...KARL VALENTIN

Ein deutscher Clown, der es raus in die Welt geschafft hat.

 

Er war ein deutscher Clown ohne die markante rote Nase.

In einem Interview gab er folgende Worte zu seiner Geburt von sich:
Reporter: Was hatten Sie gleich nach der Geburt für einen Eindruck von dieser Welt?
Valentin: Als ich die Hebamme sah, die mich empfing, war ich sprachlos. – Ich hatte diese Frau in meinem ganzen leben noch nicht gesehen.

Der Ur-Münchner wurde als Sohn des Spediteurs Fey in der Entenbachstrasse geboren. Der Vater war aus Darmstadt, die Mutter aus Zittau zugewandert. Über seinen eigenartig verschrobenen Charakter, das Störrische und Verbohrte in seiner Natur, gibt es herrliche Valentiniaden, so zum Beispiel: Er wurde wütend, wenn man ihn „Herr Walentin“ nannte. „Falentin!“ rief er dann. „Falentin – mit an´ Fau – nicht mit an´ Wee! Sie sagen ja zu ihrem Erzeuger a´ net Watter!“ Oder wenn er ein schönes Buch lesen wollte, nahm die Gesundheitslehre zur Hand, wie er in der Inflation, als der dollar den Stand von 40.600.555.000 Mark erreichte, erklärte: “Mehr is´r a´net wert!“

Er weigerte sich, aufzutreten, wenn eine seiner beiden Töchter im Zuschauerraum sass: „Sie sollen nia sehen, was für an´ Deppen ihr Vater auf der Bühne abgibt!“ Fremden gegenüber verschlossen und struppig, konnte er im Freundeskreis auftauen. Da Spielte er die Zither und sang , sich selbst begleitend, rüde Münchner Moritaten.

Neben der Zither hatte er Unterricht im Mandolinenspiel genommen. Viele andere Instrumente erlernte er autodidaktisch. Trompete, posaune, Tuba, Waldhorn, Klarinette, Pikkoloflöte, Fagott Ziehharmonika und Gitarre. Im Jahr 1911, nach dem Besuch der Münchner Varietéschule und verschiedenen Gastspielen, mit mehr oder weniger Erfolg, lernte er in der Volkssängerbühne „ Frankfurter Hof“ Liesl Karlstadt kennen und überredete sie seine Partnerin zu werden. Mit der Karlstadt drehte er mehrere Kurzfilme, die den Humor und den Aberwitz Valentins bis ins Kleinste zeigten.

Hier ist noch eine der berühmten Valentiniaden:


Valentin
:
Denken S´ Ihnen nur, ich und der Anderl gehen gestern in der Kaufinger Strasse und reden grad so von einem Radfahrer – im selben Moment kommt zufälligerweise grad einer daher!

Kapellmeister:
Ja und - ? Wo ist denn da der Zufall? In der Kaufinger Strasse kommt fast alle Meter ein Radfahrer daher! Ja, wenn Sie vo etwas anderem gesprochen hätten, zum Beispiel von einem Flieger...

Valentin:
Ham ma net! Mir ham von einem Radfahrer.....

Kapellmeister:
Das weiss ich! Ich mein – wenn......

Valentin:
Ausgeschlossen!

Kapellmeister:
Warum? Haben Sie denn noch nie in Ihrem Leben....

Valentin:
Schon oft! Aber grad da hab`n mir von einem Radfahrer...

Kapellmeister:
Jetzt lassen S´ mir mei´ Ruah!Valentin: Also gut! Morgen gehen wir wieder spazieren – dann reden wir von einem Flieger – aber wehe! – wann dann a´ Radfahrer daherkommt!

Jemanden, der ihm erzählte, er sei noch nie im Leben krank gewesen, warnte er: „ Sie, dös kann net g´sund sein!“

Wie alle großen Clowns und Valentin war eine sehr grosser deutscher Clown, kämpfte er Tag für Tag um die Anerkennung bei seinem Publikum. Aber gerade seine bayrische Heimat war ihm nicht wohl gesonnen. In einem Brief an den Volksliedersammler Kiem schrieb er im Jahre 1947: „Ich habe meine lieben Bayern und speziell meine lieben Münchner genau kennen gelernt. Alle anderen mit Ausnahme der Eskimos und der Indianer haben mehr Interesse an mir als meine Landsleute. Dem Menschen kann man´s nicht verübeln, wenn er von seinem Landsleuten nix mehr wissen will.

Am 31. Januar 1948 stand er zum letzten Mal auf einer Bühne.
Zwei Tage nach seinem Tod, am 11. Februar 1948, es war der Aschermittwoch, wurde Karl Valentin auf dem Waldfriedhof in Planegg beerdigt. An seinem Grab sprachen ein Geistlicher, ein Abgesandter des Photohauses Schaja und ein Mitglied der internationalen Artistenloge, aber kein Vertreter der Stadt München oder der Münchner Theater.

Valentin war schon lange vor seinem Tod vergessen, um viele Jahre später wiederentdeckt zu werden als einer der grössten Komiker – Clowns- des 20. Jahrhunderts

 

 

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